Es war ein Finale, wie es sich das deutsche Damengolf kaum besser hätte wünschen können: Leonie Harm hat das Amundi German Masters powered by VcG 2026 gewonnen und damit ihren ersten Titel auf der Ladies European Tour gefeiert. Auf dem anspruchsvollen Nord Course der Green Eagle Golf Courses setzte sich die 28-Jährige mit einer starken Finalrunde von 69 Schlägen bei insgesamt zehn unter Par durch.
Besonders dramatisch: Harm sicherte sich den Sieg erst auf den letzten beiden Bahnen. Mit Birdies an der 17 und 18 zog sie noch an der Südafrikanerin Casandra Alexander vorbei und machte den Heimsieg perfekt. Für das deutsche Damengolf ist es der zweite Triumph beim Amundi German Masters nach dem Erfolg von Alexandra Försterling im Jahr 2024.
„bisschen emotional überfordert“
„Ich bin gerade ein bisschen emotional überfordert“, erklärte Harm direkt nach ihrem Triumph. „Dass es ausgerechnet hier in Deutschland geklappt hat und vor diesen Zuschauern, macht es unglaublich besonders.“
Vom Schicksalsschlag zum LET-Triumph
Der Erfolg von Harm ist eine der emotionalsten Geschichten der aktuellen LET-Saison. Bereits als Jugendliche musste sie nach einem schweren Unfall um ihr Leben kämpfen. Später kämpfte sie sich an die Spitze des deutschen Damengolfs, sorgte bereits 2022 mit Platz zwei bei der Premiere des Turniers für Aufsehen und dachte nach enttäuschenden Ergebnissen zwischenzeitlich sogar ans Karriereende.
Nun folgt die große Belohnung: der erste LET-Titel ihrer Karriere – und das ausgerechnet beim einzigen deutschen Turnier der Tour.

Der Jubel auf der Anlage war entsprechend groß. Tausende Zuschauer begleiteten die Schlussgruppe über den Nord Course und sorgten für eine Atmosphäre, die viele Spielerinnen beeindruckte.
Casandra Alexander startet furiose Aufholjagd
Lange sah es nach einem spektakulären Comeback von Casandra Alexander aus. Die Südafrikanerin war mit sieben Schlägen Rückstand in die Finalrunde gestartet, spielte sich mit einer 67 jedoch sensationell nach vorne und lag nach 15 Löchern plötzlich in Führung.
„Ich habe überhaupt nicht erwartet, so weit vorne zu landen“, sagte die 26-Jährige nach ihrer Runde. Erst auf den letzten Bahnen wurde sie von Harm noch abgefangen. Mit Rang zwei übernimmt Alexander dennoch die Führung in der LET Order of Merit.
Försterling und Noja stark auf Rang drei
Für Alexandra Försterling begann die Schlussrunde denkbar schlecht. Die Titelverteidigerin kassierte direkt auf der ersten Bahn ein Triple-Bogey und musste früh ihre Führung abgeben. Zwar kämpfte sie sich zwischenzeitlich zurück, doch ein Ball ins Wasser an der 17 beendete die Titelhoffnungen endgültig.
Trotzdem stand am Ende ein geteilter dritter Platz bei sieben unter Par – gemeinsam mit Chiara Noja und der Kanadierin Anna Huang.
Besonders bemerkenswert: Noja spielte erst ihr erstes Turnier des Jahres nach längerer Verletzungspause und präsentierte sich direkt wieder in Topform. „Die Atmosphäre hier war unglaublich“, sagte die 20-Jährige. „So viele Zuschauer habe ich in Deutschland noch nie erlebt.“
Henseleit begeistert vom Heimturnier
Auch Esther Henseleit durfte sich über ein starkes Heimturnier freuen. Die Hamburgerin, die zur Halbzeit noch in Führung gelegen hatte, beendete das Turnier auf dem geteilten siebten Platz.
„Es macht extrem viel Spaß, vor so vielen Zuschauern zu spielen“, erklärte die Weltranglisten-45. „Diese Unterstützung bei einem Heimturnier ist etwas ganz Besonderes.“
Starkes deutsches Gesamtergebnis
Neben Harm, Försterling, Noja und Henseleit landeten zahlreiche weitere deutsche Spielerinnen in den Punkterängen:
Laura Fünfstück (-4, T10)
Helen Briem (-1, T20)
Sophie Witt (+1, T25)
Celina Sattelkau (+1, T25)
Verena Gimmy (+2, T32)
Sophie Hausmann (+8, T53)
Das Amundi German Masters 2026 zeigte damit eindrucksvoll, wie stark und breit das deutsche Damengolf aktuell aufgestellt ist – und lieferte gleichzeitig eines der emotionalsten Finals der bisherigen LET-Saison.

